Charta für die "Economie Circulaire"

CAP 2030 in Wiltz: ein starkes politisches Zeichen für die Zukunft der Ardennenhauptstadt - dank der "Economie Circulaire"

hotspot-eco-circulaire-wiltz

Wiltz ist stolz darauf, den offiziellen Titel „Kommunaler Hotspot der „Economie Circulaire “ in Luxemburg zu tragen. Auf einer Pressekonferenz am 13. Oktober 2015 wurde der Gemeinde Wiltz dieser Status im Beisein von Francine Closener, Staatssekretärin im Wirtschaftsministerium, und Camille Gira, Staatssekretär im Ministerium für nachhaltige Entwicklung und Infrastrukturen, sowie Bürgermeister Frank Arndt offiziell zuerkannt. In der Zwischenzeit wurden mehrere Pilotprojekte in die Wege geleitet, die Wiltz als ein nationales Kompetenzzentrum der „Economie Circulaire“ positionieren. Insbesondere die Entwicklung eines neuen, 27 Hektar großen Stadtviertels in Zusammenarbeit mit dem „Fonds du Logement“ sowie die proaktive Steuerung der Materialströme der Betriebe in den lokalen Gewerbegebieten sind hier hervorzuheben. Wiltz ist Vorreiter bei der Umsetzung des neuen Aktionsplans zur „Economie Circulaire” im Rahmen des nationalen „Klimapakt Plus“.

 

2017 hat die Gemeinde Wiltz durch die Integration des Konzepts „Economie Circulaire” in der Schöffenratserklärung 2017–2023 einen weiteren Meilenstein gesetzt. Dieser politische Wille soll nun 2018 durch die Unterzeichnung einer Charta „Economie Circulaire“ am 9. Februar 2018 durch den Gemeinderat weiter verstärkt werden. Es geht darum, in Zukunft sämtliche Aktivitäten der Gemeinde Wiltz dahin zu orientieren, dass sie einen positiven Einfluss haben auf die Gesundheit der Einwohner, die Umwelt und die lokale Wirtschaft.

Vorwort

Experten denken, dass ein regional angewandtes Konzept wie das der „Economie Circulaire“ elementar ist zur Schaffung von Lebensräumen, die einen positiven Effekt auf ihre ökonomische, soziale und ökologische Umgebung haben. Die Funktionsweise eines Gemeindegebietes kann mit der eines lebendigen Organismus in der Natur verglichen werden, welcher Rohstoffe nutzt, diese für einen bestimmten Zweck umwandelt und schlussendlich Wertstoffe zurückgibt, die als Ressourcen für neue Prozesse wiederverwendet werden können. Dadurch entstehen kontinuierliche Kreisläufe in der Biosphäre oder der Technosphäre, über geographische Grenzen hinaus. Die in einem Gemeindegebiet lebenden Menschen fügen der Stoffstromdimension neue Aspekte zu: Gemeinschaften, Kompetenzen, Bildung, Gesundheit, Mobilität und  Freizeitaktivitäten. Die „Economie Circulaire“ zielt darauf ab, diese verschiedenen Aspekte ganzheitlich zu betrachten und dadurch eine positive, nachhaltige Entwicklung der Region langfristig zu gewährleisten.

 

Wegen der globalen Herausforderung einer „nachhaltigen Entwicklung“ müssen öffentliche Akteure wie Gemeinden innovativ sein und aktiv daran arbeiten, alle Ressourcenströme in ihrer Mikro- und Makroumgebung zu beeinflussen. Es gilt daher global zu denken und lokal zu handeln. Die Methodik der „Economie Circulaire“ erlaubt es der Gemeinde Wiltz, sich einen strukturierten Entwicklungsrahmen zu geben, um diesen Anspruch in Zukunft umzusetzen. Wiltz positioniert sich als regionale Hauptstadt der Ardennen und verpflichtet sich in diesem Sinne zur nachhaltigen Entwicklung des gesamten luxemburgischen Nordens.

Charta für die "Economie Circulaire"

Die Gemeinde Wiltz verpflichtet sich, zukünftig die „Economie Circulaire“ bei allen Projekten und Tätigkeiten anzuwenden, um einen positiven Fußabdruck in der Ardennenregion zu fördern und somit Verantwortung gegenüber nächsten Generationen zu übernehmen.

 

Insbesondere möchte die Gemeinde Wiltz:

1.

ein Arbeitsumfeld schaffen, das es allen Gemeindediensten ermöglicht, ihre Aufgaben auf sozial und ökologisch verantwortliche Weise zu planen und zu organisieren.

2. die Aufwertung der verschiedenen materiellen Ressourcen und menschlichen Potentiale in Sinne der Economie Circulaire verstärken, um kontinuierliche Ströme in Anlehnung an die Natur auf ihrem Gemeindegebiet zu etablieren.
3.

neue Organisationsformen menschlicher Tätigkeit unterstützen, wie beispielsweise kooperative Lebensweisen (Coworking, gemeinschaftliches Wohnen, Wohngemeinschaften), gemeinschaftliche leistungsfähige Produktion (FabLab, Do-It-Yourself, Maker-Space,) sowie die gemeinschaftliche Nutzung von Gütern und Dienstleistungen (Sharing, Fahrgemeinschaften).

4.

die Biodiversität aktiv bei der Entwicklung ihrer Projekte fördern.

5.

die Rahmenbedingungen schaffen, welche die Einrichtung eines nationalen Kompetenz- und Bildungszentrums rund um die Kreislaufwirtschaft in Wiltz ermöglichen.

6.

die „Economie Circulaire“ progressiv in ihre Bauvorschriften integrieren, umso Design und Bau von Gebäuden mit hohem Mehrwert und positiven Auswirkungen auf das Umfeld zu fördern.

7. eine proaktive Kommunikationsstrategie für alle Beteiligten mit Themen rund um die „Economie Circulaire“ umsetzen.
8. eine partizipative und integrative Herangehensweise unter Einbeziehung aller Akteure fördern, um die Ausrichtung der Gemeindeentwicklung zu bestimmen und so ihre Attraktivität für die Zukunft zu garantieren.
9. die regionalen Wirtschaftsakteure ermutigen, kontinuierliche Kreisläufe zu entwickeln, welche den Wert und die inhärente Qualität der Ressourcen in jeder Phase ihres Nutzungszyklus erhalten.
10.

Pilotprojekte entwickeln, durch die Modelle oder Methodologien erarbeiten werden, die später auch in einem größeren Maßstab und anderswo anwendbar sind.

Die Unterzeichnung dieser Charta für die „Economie Circulaire“ durch den Gemeinderat Wiltz ist eine starke politische Geste, die darauf abzielt, auf ihrem Territorium einen verantwortungsvollen Ansatz zu schaffen und zu einer nachhaltigeren Welt beizutragen.