Annahme des Budgets 2026

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Veröffentlicht am 03 Februar 2026

Der neue Schöffenrat der Gemeinde Wiltz legt eine überarbeitete Version des Budgets 2026 vor. Sie stützt sich auf die Schöffenratserklärung 2026–2029 und berücksichtigt die zentralen Empfehlungen der Budget- und Finanzkommission vom Dezember 2025. Mit dieser Fassung werden klare Prioritäten gesetzt: die Sicherung der finanziellen Stabilität, die schrittweise Modernisierung der Verwaltung, die gezielte Weiterführung zentraler Infrastruktur-, Kultur- und Mobilitätsprojekte sowie eine vorausschauende Planung der Gemeindeentwicklung.

Eine moderne und leistungsfähige Verwaltung

Die Mittel für die Durchführung eines Audits bleiben bestehen und schaffen eine fundierte Grundlage für die Optimierung von Abläufen und Strukturen sowie die weitere Modernisierung der Verwaltung – als klar priorisierte Maßnahme einer verantwortungsvollen Finanzpolitik. Parallel werden die gesetzlich vorgeschriebenen Maßnahmen zu Cybersicherheit und digitaler Barrierefreiheit konsequent weiter vorbereitet, um die digitale Infrastruktur sicherer und zugleich bürgerfreundlicher auszugestalten.

Personalplanung mit Maß und Zukunftsverantwortung

Da der Personalaufwand rund 32 % der ordentlichen Ausgaben ausmacht, verfolgt der Schöffenrat eine zurückhaltende und zugleich zukunftsorientierte Personalpolitik. Die vom vorherigen Schöffenrat geplante Schaffung von sechs (bzw. sieben) neuen Stellen wurde grundlegend überarbeitet: Im Budget bleibt nur eine einzige neue Stelle vorgesehen – dort, wo der Aufgabenbereich nicht verlässlich extern abgedeckt werden kann und eine Auslagerung zusätzlichen Verwaltungsaufwand verursachen würde.


Finanzielle Solidität: Neuverschuldung um 4 Millionen Euro reduziert

Die überarbeitete Budgetversion reduziert die geplante Kreditaufnahme deutlich: Statt der ursprünglich vorgesehenen 14,6 Mio. Euro sind nun 10,5 Mio. Euro veranschlagt – ein Rückgang um 4 Mio. Euro. Damit werden die ursprünglich vorgesehenen Annuitäten deutlich reduziert und der geplante Verschuldungsgrad der Gemeinde von 15,37 % auf 12,26 % gesenkt.

Investitionen: Leasing dort, wo es wirtschaftlich sinnvoll ist

Für größere Anschaffungen – insbesondere Maschinen – setzt der Schöffenrat verstärkt auf Leasingmodelle, sofern diese wirtschaftlich vorteilhaft und am Markt verfügbar sind. Während ein klassischer Kauf über das außerordentliche Budget in der Regel eine langfristige Finanzierung (crédit d’équilibrage budgétaire, typischerweise 20 Jahre) und damit eine entsprechend lange Zinsbelastung nach sich zieht, sorgt Leasing für kürzere Bindungen und erhöht die finanzielle Flexibilität.

Gesundheit

Die Stärkung der medizinischen Versorgung bleibt ein Schwerpunkt des Budgets 2026. Im Mittelpunkt steht das medizinische Zentrum Schlasskéier mit Diagnose- und Behandlungseinheit des CHdN sowie Parkhaus; die dafür vorgesehenen Mittel (u. a. für das Avant-projet sommaire) bleiben im Budget verankert. Ebenso bleibt die Renovierung von Grand-Rue 5 vorgesehen, um dort prioritär zusätzliche Arztpraxen und gesundheitsnahe Dienstleistungen in der Oberstadt anzusiedeln. Ziel ist die Bündelung von Haus- und Fachärzten sowie Gesundheitsdiensten zur nachhaltigen Stärkung der wohnortnahen Versorgung.

Wasserhaushalt: Stabilisierung und Tarifentwicklung

Die Ausgaben im Bereich Trinkwasser sind derzeit nicht kostendeckend und verursachen im ordentlichen Haushalt ein Defizit von über 1 Mio. Euro. Dies schränkt den finanziellen Handlungsspielraum der Gemeinde ein, da erhebliche Mittel gebunden werden und damit die Umsetzung anderer wichtiger Projekte – insbesondere in den Bereichen Gesundheit, Renovation von Gemeindegebäuden, Sport und Freizeit – erschwert wird. Vor diesem Hintergrund ist eine Anpassung der Wassergebühren vorgesehen, die zunächst nur für ein Quartal im Budget abgebildet ist. Der Schöffenrat begleitet die anstehenden Beratungen eng und hat die Budget- und Finanzkommission mit der raschen Ausarbeitung und Konsultation einer tragfähigen Tarifstruktur beauftragt, um den Wasserhaushalt zu stabilisieren und den finanziellen Handlungsspielraum der Gemeinde zu sichern.

Freizeitkomplex Kaul

Die Erneuerung des Freizeitkomplexes Kaul bleibt ein Schlüsselprojekt der kommenden Jahre. Die Schöffenratserklärung betont seine Bedeutung für Schulschwimmen, Vereinsleben, Freizeitangebot und touristische Attraktivität. Die im Budget vorgesehenen Mittel für Studien zur Gesamterneuerung des Kaul sowie für die Planung eines Parkplatzes bleiben vollständig erhalten. Das Projekt wird zudem inhaltlich mit den Entwicklungen rund um das geplante Inklusionshotel abgestimmt, um Synergien bestmöglich zu nutzen.

Sport und Kultur

Wie in der Schöffenratserklärung vorgesehen, schafft die Gemeinde – gemeinsam mit einer Nachbargemeinde – einen Sportkoordinator, der als zentrale Ansprechperson für Vereine fungiert. Für diese Maßnahme wurde ein eigener Ausgabenposten im Budget 2026 vorgesehen.

Der Reenert-Festsaal bleibt eines der wichtigsten Kulturprojekte der Gemeinde und wird ausdrücklich prioritär behandelt. Der im Budget 2026 vorgesehene Ausgabenposten ermöglicht Studien, Vorbereitungsarbeiten und konzeptionelle Planungen, welche die Grundlage für eine umfassende Modernisierung des Festsaals bilden. Parallel werden Optionen für einen Anbau und Anpassungen an der angrenzenden Reenert-Schule geprüft, um das Gebäudeensemble zukunftsfähig zu erneuern.

Energie, Mobilität und Kreislaufwirtschaft

Die Gemeinde setzt weiterhin auf zusätzliche Photovoltaikanlagen auf Gemeindeinfrastrukturen und führt schrittweise ein Energie-Monitoring ein, um Verbräuche systematisch zu erfassen und Optimierungen gezielt umzusetzen. In der Mobilität bildet die Parkraumstudie die Grundlage für konkrete Schritte zur besseren Organisation des Parkens sowie für ein digitales Parkleitsystem; zudem sind Mittel für eine Studie zu einer möglichen Fernwärmelösung in der Grand-Rue vorgesehen. Für das Pilotprojekt PREUSE sind im Budget 2026 Mittel eingeplant, mit dem Ziel, ein Wiederverwendungszentrum für Baumaterialien aufzubauen und damit Lösungen der Kreislaufwirtschaft in Wiltz zu ermöglichen.

Infrastrukturen: Straßen, Barrierefreiheit und Abwasser

Auf Grundlage einer Bestandsanalyse werden Straßenerneuerungen nach Prioritäten umgesetzt. Parallel wird die Umsetzung der gesetzlichen Vorgaben zur Barrierefreiheit und Sicherheit bei öffentlichen Gebäuden, Plätzen und Bushaltestellen schrittweise fortgeführt. Im Bereich Wasser und Abwasser leistet die Gemeinde weiterhin einen wesentlichen Beitrag durch die Kapitalbeteiligung am SIDEN, um die regionalen Systeme modern und leistungsfähig zu halten.

Schulplanung: frühzeitig vorsorgen

Da Schulbauprojekte lange Vorlaufzeiten haben, stellt die Gemeinde bereits heute Mittel für Studien zur Planung einer neuen Schule bereit – wie es bereits im Budget des alten Schöffenrates vorgesehen war. Damit wird frühzeitig auf das Bevölkerungswachstum reagiert und die Grundlage für zukünftige schulische Kapazitäten geschaffen.

Oberstadt: Masterplan weiterführen

Die Belebung der Oberstadt wird gemäß dem bestehenden Masterplan fortgeführt. Die Renovierung der Gemengeplaz soll 2026 abgeschlossen werden; zudem sind Schritte zur Planung der Neugestaltung des Platzes vor Rathaus, Schloss und Schlasskéier vorgesehen. Das „Ilôt du Château“ wird wie geplant umgebaut, um künftig mehrere Geschäfte aufnehmen zu können. Parallel wird die schrittweise Renovierung gemeindeeigener Gebäude in der Grand-Rue fortgesetzt, einschließlich der Gebäude Grand-Rue 33–35 zur Schaffung von zusätzlichem Wohnraum mit ergänzenden Geschäftsflächen.

Schlussfolgerung

Mit der überarbeiteten Fassung des Budgets 2026 legt der Schöffenrat einen klar strukturierten Finanzrahmen vor, der die Vorgaben der Schöffenratserklärung 2026–2029 abbildet und die zentralen Hinweise der Finanzkommission berücksichtigt. Der Schwerpunkt liegt auf Haushaltsdisziplin, der Absicherung der finanziellen Tragfähigkeit sowie der geordneten Vorbereitung und Weiterführung der priorisierten Maßnahmen und Projekte. Damit schafft das Budget 2026 eine verlässliche Grundlage für die schrittweise Umsetzung der kommunalpolitischen Zielsetzungen in Wiltz.

Zusammenfassende Übersicht über den Haushalt für das Geschäftsjahr 2026

Ordentlicher Haushalt
Außerordentlicher Haushalt
Gesamteinnahmen
53.274.713,84 €
18.965.348,11 €
Gesamtausgaben
50.035.180,08 €
22.168.969,97 €
Überschuss des Geschäftsjahrs
3.239.533,76 €
Verlust des Geschäftsjahrs
3.203.621,86 €
Voraussichtlicher Überschuss 2025
511.712,77 €
Gesamtüberschuss
3.751.246,53 €
Gesamtverlust
3.203.621,86 €
TRANSFER
Vom ordentlichen zum außerordentlichen Haushalt
- 3.203.621,86 €
+ 3.203.621,86 €
Definitiver Überschuss
547.624,67 €

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