Engagement, das unsere Gemeinde lebendig macht
Hinter jedem Verein stehen Menschen, die ihre Zeit, ihre Energie und ihr Herzblut ehrenamtlich in den Dienst der Gemeinschaft stellen. Ihr Einsatz trägt wesentlich zum Zusammenhalt und zur Lebensqualität in unserer Gemeinde bei.
Mit dieser neuen Rubrik möchte die Gemeinde Wiltz jene Menschen in den Mittelpunkt stellen, die oft im Hintergrund wirken. In jeder Ausgabe des "DE BUET" werden deshalb langjährige engagierte Freiwillige aus unseren Vereinen und Organisationen porträtiert.
Gleichzeitig laden wir alle Wiltzer Vereine und Organisationen herzlich dazu ein, uns ihre verdienstvollen Ehrenamtlichen vorzuschlagen – sei es aufgrund
langjährigen Engagements, besonderer Verdienste oder eines außergewöhnlichen Einsatzes.
Sie kennen eine Person, die in einer zukünftigen Ausgabe vorgestellt werden sollte? Dann freuen wir uns auf ihre Kontaktaufnahme!
Kontakt: Gilles Thilgen
E-Mail: [email protected]
Tel.: 95 99 39 294
FC Wooltz 71
Alice Goeders-Margraff
Name: Alice GOEDERS-MARGRAFF
Verein: FC Wiltz 71
Mitglied seit: Anfang der 2000er Jahre
Funktion: Verantwortlich für die Koordination des Buvette-Betriebs (Einkauf, Einsatzpläne, Betreuung der Freiwilligen, …) und die Organisation der Teilnahme des FC Wiltz 71 an zahlreichen Veranstaltungen in der Gemeinde.
Seit wann engagieren Sie sich im Verein und wie sind Sie dazu gekommen?
Eigentlich war es eher ein Zufall, wie ich zu diesem Engagement gekommen bin. Gemeinsam mit meinem Mann und unseren Kindern war ich regelmäßig bei den Spielen des FC Wiltz 71. Als in der Buvette kurzfristig Hilfe benötigt wurde, sprang ich spontan ein. Nach und nach übernahm ich mehr Verantwortung und bin seit 2006 Mitglied des Comités des FC Wiltz 71.
Was bereitet Ihnen an Ihrer Tätigkeit im Verein am meisten Freude?
Am meisten Freude bereitet mir der Kontakt mit den Menschen und die Abwechslung zu meinem Alltag als Hausfrau. Ehrenamtliches Engagement sehe ich als meinen Beitrag für die Gesellschaft. Viele Jahre war ich deshalb auch in anderen Vereinen in meiner Heimatgemeinde Goesdorf aktiv: Spuerveräin, Fraen a Mammen, Theaterverein, …
Ich bin überzeugt, dass man für sein Engagement immer etwas zurückbekommt. Viele Menschen schätzen es, wenn sich jemand ehrenamtlich einsetzt und viel Zeit investiert. Besonders schön sind die vielen Begegnungen und die Wertschätzung, die man durch kleine Gesten oder ein freundliches Wort erfährt. Nach so vielen Jahren kennen viele Menschen mein Gesicht und meinen Namen – das freut mich sehr. Dankbar bin ich auch meinem Mann, der mich stets unterstützt.
Gibt es ein besonderes Erlebnis oder eine schöne Erinnerung aus Ihrer Zeit als Ehren amtlicher, die Sie teilen möchten?
Ein persönliches Highlight war die Ehrung zum 50-jährigen Bestehen des FC Wiltz 71 im Jahr 2021, als mir FLF-Präsident Paul Philipp einen Pokal für mein langjähriges Engagement überreichte. Besonders wichtig war mir dabei zu betonen, dass diese Auszeichnung stellvertretend für alle Ehrenamtlichen gilt,
die oft im Hintergrund unverzichtbare Arbeit leisten.
Welche Botschaft würden Sie gerne anderen Menschen mitgeben, die überlegen, sich ebenfalls freiwillig einzusetzen?
Eine ehrenamtliche Tätigkeit schafft viele soziale Kontakte und verbindet Menschen. Man erlebt gemeinsam schöne und schwierige Momente, und erhält viel persönliche Zufriedenheit zurück. Nach dem geschafften Aufstieg vor wenigen Wochen habe ich viele Nachrichten erhalten, auch von anderen Vereinen, die uns gratuliert und ihre Anerkennung ausgesprochen haben.
Diese Momente zeigen: wer sich engagiert, bereichert nicht nur andere, sondern auch sich selbst.
Welche Herausforderungen haben Sie in Ihrem Engagement erlebt?
Größere Herausforderungen entstehen vor allem bei der Organisation großer Veranstaltungen. Oft weiß man im Vorfeld nicht genau, mit wie vielen Besuchern man rechnen kann. Auch die Covid-Pandemie war eine schwierige Zeit, da sich manche Freiwillige zurückzogen oder aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr mithelfen konnten. Umso erfreulicher war es, dass sich viele nach der Pandemie wieder engagierten.
Eine eher ungewöhnliche Herausforderung war die Organisation eines Heiratsantrags während des letzten Heimspiels der Saison für unsere Kinesitherapeutin Justine Deremiens. Da nur wenige Eingeweihte von dem Plan wussten, war einiges an Diskretion und Koordination gefragt – umso schöner, dass alles perfekt geklappt hat.
Was wünschen Sie sich, damit die Arbeit von Ehrenamtlichen in Zukunft leichter wird oder besser unterstützt wird?
Ich wünsche mir mehr Respekt sowie eine stärkere logistische und finanzielle Unterstützung für Ehrenamtliche. Müsste all die freiwillige Arbeit bezahlt werden, wäre dies für die meisten Vereine kaum zu stemmen. Positiv ist die immer bessere Zusammenarbeit zwischen den Vereinen in Wiltz, die sich gegenseitig unterstützen und Ressourcen teilen. So schenkte uns beispielsweise der Basketballverein ein halbes Fass Bier, das sonst hätte entsorgt werden müssen.
Jean-Claude Thines
Name: Jean-Claude THINES
Verein: FC Wiltz 71
Mitglied seit: 09.01.1991
Funktion: Kassierer, Manager der UEFA-Lizenz und FLF-Lizenz, administrative Tätigkeiten
Seit wann engagieren Sie sich im Verein und wie sind Sie dazu gekommen?
Gebürtig aus Niederwampach, bin ich schon als Kind regelmäßig mit meinem Onkel zu den Spielen nach Wiltz gefahren. Durch meinen Beruf lernte ich den Präsidenten des FC Wiltz kennen, und so bin ich 1991 im Alter von 22 Jahren in den Vorstand eingetreten und übernahm administrative Arbeiten. Witzigerweise habe ich nie in einem Fußballverein gespielt, mein Talent war eher überschaubar. Trotzdem bin ich seit 35 Jahren als Funktionär bei „meinem FC Wiltz“.
Was bereitet Ihnen an Ihrer Tätigkeit im Verein am meisten Freude?
Naja, von Freude kann man nach so langer Zeit nicht mehr sprechen. Der Verwaltungsaufwand ist im Laufe der Jahre stark gestiegen und nimmt heute rund 20 Stunden pro Woche in Anspruch. Das ist als berufstätiger Ehrenamtlicher kaum noch zu bewältigen. Trotzdem ist es nach wie vor ein schönes Gefühl, den Verein mit meiner Arbeit im Hintergrund auf Kurs zu halten.
Gibt es ein besonderes Erlebnis oder eine schöne Erinnerung aus Ihrer Zeit als Ehrenamtlicher, die Sie teilen möchten?
Unvergessen bleibt das Pokalfinale 2001 gegen Etzella Ettelbruck, als ich als Mannschafts-Delegierter auf der Bank Platz nehmen durfte, sowie das Barragematch 2012 gegen Hesperingen (6-2) das uns in die Nationaldivision brachte so wie natürlich die dramatischen Barragespiele 2022 gegen Junglinster und dieses Jahr gegen Mamer, mit jeweils legendärer "3. Halbzeit".
Gerne erinnere ich mich auch an internationale Jugendturniere in Südfrankreich (Le Pradet) sowie in der Schweiz (Locarno) zurück, an denen ich
jeweils als Begleiter teilnahm.
Welche Botschaft würden Sie gerne anderen Menschen mitgeben, die überlegen, sich ebenfalls freiwillig einzusetzen?
Sie sollten mein Meckern und Klagen nicht zu ernst nehmen! Spaß beiseite: traut euch einfach, mitzumachen, auszuprobieren und dranzubleiben. Es bereichert das eigene Leben genauso wie das der anderen.
Welche Herausforderungen haben Sie in Ihrem Engagement erlebt?
Zeitmanagement, Zeitdruck und Durchhaltevermögen. Die wohl größte Herausforderung war, als der Verein vor etwa 12 Jahren finanziell am Abgrund stand. Dank eines neuen, engagierten Teams aus Freiwilligen gelang es jedoch, den Verein innerhalb von nur zwei Jahren wieder in ruhige Gewässer zu führen.
Was wünschen Sie sich, damit die Arbeit von Ehrenamtlichen in Zukunft leichter wird oder besser unterstützt wird?
Vereine unserer Größe müssen heute fast wie Unternehmen geführt werden. Deshalb wünsche ich mir mehr Unterstützung durch qualifizierte Hauptamtliche, die teilweise vom Staat mitfinanziert werden. Der „congé sportif“ für administrative Ehrenamtliche war ein erster Schritt in die richtige Richtung.
Name: Schmitz Théo
Verein: Weeltzer Klengdéierenziichter
Mitglied seit: 1973
Funktion: Präsident
Seit wann engagieren Sie sich im Verein und wie sind Sie dazu gekommen?
Ende der 1960er-Jahre besuchte ich regelmäßig den Zoo in Weidingen und half dort bei der Pflege der Tiere, insbesondere beim Füttern und beim Reinigen der Ställe. Durch den damaligen Zoobesitzer und Vereinspräsidenten Leon Grisius entdeckte ich dort meine Liebe für das Rassegeflügel. So erhielt ich meine ersten Zwerghühner und eine Mitgliedskarte. 1976 wurde ich im Alter von 16 Jahren in den Vorstand aufgenommen und übernahm direkt das Amt des Tätowiermeisters für Jungkaninchen.
Was bereitet Ihnen an Ihrer Tätigkeit im Verein am meisten Freude?
Natürlich die Liebe zum Tier und die Herausforderungen bei Organisationen von Ausstellungen und der Kontakt zu Gleichgesinnten.
Gibt es ein besonderes Erlebnis oder eine schöne Erinnerung aus Ihrer Zeit als Ehrenamtlicher, die Sie teilen möchten?
In den 50 Jahren im Vorstand gibt es zahlreiche schöne Erinnerungen. Besonders hervorzuheben sind vielleicht die Jahre 1985 bis 1990, in denen wir zahlreiche junge Menschen als aktive Züchter in unserem Verein begrüßen konnten.
Welche Botschaft würden Sie gerne anderen Menschen mitgeben, die überlegen, sich ebenfalls freiwillig einzusetzen?
Wer eine Leidenschaft hat, sollte sie ausleben und sich Schritt für Schritt engagieren. Zu schnell in der Hierarchie aufsteigen zu wollen, geht meist schief. Ebenso wichtig ist es, sich einen erfahrenen Lehrmeister zu suchen.
Welche Herausforderungen haben Sie in Ihrem Engagement erlebt?
Zu den größten Herausforderungen gehörten die Organisation mehrerer Landeskongresse mit über 200 Delegierten sowie die Betreuung des Ausstellungsbüros der Landesausstellungen während mehr als 30 Jahren. Daneben organisierten wir jedes Jahr zwei Ausstellungen in Wiltz.
Was wünschen Sie sich, damit die Arbeit von Ehrenamtlichen in Zukunft leichter wird oder besser unterstützt wird?
Ehrenamtliche Arbeit wird durch klare Regeln, verständliche Vorgaben der Behörden und eine gute Aufgabenverteilung innerhalb des Vereins erleichtert. Darüber hinaus wünsche ich mir eine stärkere öffentliche Anerkennung des Ehrenamts sowie ausreichende Fördermittel für Vereine und ihre Projekte.
Name: Wagener Nico
Verein: Weeltzer Klengdéierenziichter
Mitglied seit: 1987
Funktion: Vorstandsmitglied
Seit wann engagieren Sie sich im Verein und wie sind Sie dazu gekommen?
Bereits als Kind habe ich Kaninchen gezüchtet, allerdings keine Rassetiere. 1985 besuchte ich erstmals eine Kleintierausstellung in Wiltz und lernte wenig später unseren heutigen Präsidenten bei einer Weiterbildung am Arbeitsplatz kennen. Er fragte mich, ob ich Interesse hätte, Rassekaninchen zu züchten und mich an der Ausstellung in Wiltz zu beteiligen. 1987 stellte ich dann meine ersten Riesenschecken-Kaninchen aus.
Was bereitet Ihnen an Ihrer Tätigkeit im Verein am meisten Freude?
Am meisten Freude bereitet mir die Herausforderung, meine Rassetiere kontinuierlich zu verbessern. Dazu tragen insbesondere die vom Verein organisierten Züchterversammlungen bei, bei denen man sich mit Züchterkollegen austauschen kann. Die Organisation unserer Ausstellungen sowie der Besuch großer internationaler Ausstellungen bereiten mir ebenfalls viel Freude.
Gibt es ein besonderes Erlebnis oder eine schöne Erinnerung aus Ihrer Zeit als Ehren amtlicher, die Sie teilen möchten?
Da gibt mehrere schöne Erinnerungen, zum Beispiel meine erste Teilnahme an einer Ausstellung im Jahr 1987. Unvergessen bleiben auch die Landesausstellungen, bei denen unser Verein regelmäßig sehr gute Ergebnisse erzielen konnte und meist zu den drei besten Vereinen des Landes gehörte.
Welche Botschaft würden Sie gerne anderen Menschen mitgeben, die überlegen, sich ebenfalls freiwillig einzusetzen?
Wer sich engagieren möchte, sollte sich bewusst sein, dass ein Ehrenamt Zeit, Verantwortung und Verlässlichkeit erfordert, besonders als Vorstandsmitglied. Gerade in einem Kleintierzüchterverein bedeutet dies auch, täglich für das Wohl der Tiere zu sorgen.
Welche Herausforderungen haben Sie in Ihrem Engagement erlebt?
Herausforderungen gab es in meiner Zeit als Sekretär von 1996 bis 2024 zu genüge. Jedes Jahr mussten zwei Ausstellungen organisiert werden, Flyer und Ausstellungsbroschüren erstellt werden. Hinzu kamen die Organisation von Busreisen zu den großen Ausstellungen im Ausland sowie verschiedene Vereinsausflüge.
Was wünschen Sie sich, damit die Arbeit von Ehrenamtlichen in Zukunft leichter wird oder besser unterstützt wird?
Ich wünsche mir einen stärkeren Zusammenhalt innerhalb der Vereine sowie die Einhaltung gemeinsamer Regeln. Zudem wären eine bessere Kommunikation sowie eine stärkere Unterstützung durch unseren Landesverband hilfreich.